Dezember 3rd, 2008 by admin
Ich sitze im Gasthaus von Telredor hoch in den Wipfeln der Zangenmarschen. So langsam bin ich bereit, das vergangene nicht weiter zu verdrängen, sondern auch für mich aufzuarbeiten.
Noch immer liegen meine Erinnerungen im Nebel der Zeit, selbst die Ereignisse der letzten Wochen scheinen Ewigkeiten her zu sein. Gerade noch eine Dienerin des Lichkönigs, kämpfe ich heute auf der Seite der Allianz.
Doch es ist nicht nur der Kampf mit der Klinge. Es ist auch ein Kampf in mir, herauszufinden, wer ich früher einmal war, wer ich wirklich bin. Ich bin mir auch bewusst, das ich für die Bewohner Azeroth immer eine Todesritterin bleiben werde.
Aber ich verliere mich schon wieder in den Gedanken. Es begann in Acherus, der schwarzen Zitadelle. Im Auftrag des Lichkönigs und geführt von Prinz Valanar stürzten wir uns den Kreuzfahrern des Scharlachroten Kreuzzuges entgegen. Und dann geschieht das Unfassbare, noch heute sehe ich das Blut an meiner Rüstung, an meinem Schwert und an meinen Händen. Valanar befahl uns, gnadenlos die Einwohner von Havenau niederzumetzeln.
Keiner entgingen unseren Klingen, egal, ob Mann, Kind oder Weib, wir töteten alles und der Schmerz in uns liess nach. Ich höre immer noch die Schreie, das Weinen, das Flehen und Betteln.
Noth, der Seuchenfürst, errichtete einen Seuchenkessel und versorgte uns im Gegenzug für die Schädel der toten Kreuzfahrer mit einem Spezialgebräu, welches unser Macht immer wieder auffrischte.
Ich kann nicht sagen, wieviele Seelen ich auf dem Gewissen habe, aber es waren hunderte Soldaten und Zivilisten, die durch meine Klinge starben. Viele verwandelte der Lichkönig in Ghule und schickte diese wieder in den Kampf.
Natürlich hatte der Kreuzzug keine Chance und so schickten wir uns an, Tod und Verderben in das Königreich zu bringen…
Fortsezung folgt!
